Emmental im Herbst….bis es schmerzt…

Letztes Weekend nahmen wir unseren ersten 3-Tages-Wandertrip in Angriff. Mit den ÖV von zu Hause nach Kemmeriboden-Bad und dann der Emme entlang durchs Emmental – mit Zwischenstopps in Eggiwil und Lützelflüh – bis nach Hause. 3 Etappen je über 20km, die erste Etappe geht dabei noch über den Wachthubel. Wir wussten, dass die Etappen eine Herausforderungen werden, auch wenn wir schon einige Etappen à knapp 20km gelaufen sind und die jeweils auch gut überstanden haben. Morgens früh gings los, mit Zug und Postauto in Richtung Emmental. Satte 2 Stunden braucht man mit den ÖV bis nach Kemmeriboden, aber das gehört ja schliesslich auch ein wenig zum Abenteuer dazu. Brownie reist sowieso viel lieber mit den ÖV – vor allem mit dem Zug. Postauto oder Bus kommen da schon näher ans ungeliebte Autofahren hin, aber im Bus kann er wenigstens direkt bei uns sein. 

Das Wetter war perfekt, sonnig, angenehm warm und das Ende Oktober, was will man mehr?! Ich glaube wir hätten auf die Frage bereits nach einer halben Stunde eine Antwort gehabt, 1. kommt es nämlich anders und 2. als man denkt 🙂 – Es dauerte nämlich nicht lange bis wir die ersten Kühe sahen, die direkt auf dem Wanderweg gemütlich ihr Gras mampften. Es sollten nicht die einzigen Kühe bleiben, die uns auf unserem Weg zu einem Umweg zwangen, schliesslich ist es ja auch ihr Land und ihr Gras, wir sind da hier nur Gast. Jedenfalls mit Hund durch ne Kuhherde ohne Stromzaun ist keine gute Idee. Also gings ein paar Meter zurück und via Umweg weiter. Beim ersten Mal nimmt man sowas noch mit Humor, wenn man aber schon den einen oder anderen Kilometer in den Beinen hat und vielleicht auch etwas müde ist, dann findet man das nicht mehr so doll….Mit den Geissens ist das schon viel entspannter, die laufen neugierig hinterher haben Spass am Besuch.

Somit durften wir den einen oder anderen Umweg machen, was die Strecke noch etwas mehr in die Länge zog. So brauchten wir alleine für die 10km nach Schangnau schon 3h, für unsere Verhältnisse eher langsam. Grossen Anteil an unserem eher gemütlichen Tempo hatte – wie könnte es auch anders sein – unser lieber Hund. Brownie hatte das ganze Wochenende irgendwie Hummeln im Arsch und wär schon Schnee gelegen und hätten wir einen Schlitten dabei gehabt, er hätte uns den ganzen Tag locker gezogen. In Schangnau gabs dann die erste Pause mit Verstärkung, die war auch nötig, denn direkt nach Schangnau gehts Steil bergauf. Der Wachthubel war vor uns, es gab 2 Wege die rund 600 Höhenmeter hinter sich zu bringen, einmal den Turnschuhweg und dann halt den anderen. Da wir keine Turnschuhe anhatten, sind wir natürlich den anderen Weg hoch. Meine Fresse ging das teilweise Steil hoch. Ich fluche ja eher selten – am Berg war dann aber mal wieder Zeit einige Kraftausdrücke in Richtung Echo zu schreien. Kam zwar nix zurück, hat aber trotzdem gut getan. Mal oben angekommen, darf man sich aber freuen. Die Aussicht ist wunderschön, 360 Grad pures Emmental. Die paar Wolken am Himmel bescherten uns ein tolles mystisches Bild über das Tal im Herbst. 

Wirklich viel Zeit zum Geniessen hatten wir aber nicht. Es war schon etwas später und bis Eggiwil doch noch einige km zu laufen. Der Weg runter war teilweise abenteuerlich, der Regen der letzten Tage hatte den Boden schön aufgeweicht, das viele Laub am Boden nahm einem noch den letzten Halt, gepaart mit einem Hund, der leichten Vorwärtsdrang hat, ist das eine ideale Mischung. Linda hat das aber super geschafft, ich hingegen hab mich 2-3 Mal hingesetzt. Schlussendlich erreichten wir bei Einbruch der Dunkelheit unser Ziel, knapp 27km in etwas mehr als 8 Stunden. Der Tag hinterliess seine Spuren mit tollen Eindrücken und ersten kleinen körperlichen Wehwechen…

Die Nacht verbrachten wir im Hirschen Eggiwil. Essen und Service waren sehr gut, absolut zu empfehlen dort. Nein, wir sind keine Influencer und wollen auch keine werden. Wir kämpfen zwischendurch mit Flatulenzen, das reicht. Am Samstag gings dann von Eggiwil der Emme entlang bis nach Lützelflüh. Auch heute wurde die Etappe länger als geplant, diesmal lags weniger an den Kühen als an der Planung meinerseits. Dafür gings nirgends mehr auf einen Hügel, alles schön flach. Den Vortag in den Knochen wurden die nur so halbwegs auskurierten Wehwechen zu gut spürbaren Aua’s. Die Etappen waren schlichtweg zu lang. Nach der Dusche in Lützelflüh konnten wir uns kaum noch bewegen. So entschieden wir uns am Sonntag morgen, die letzte Etappe mit dem Zug hinter uns zu bringen. Nochmal über 20km wären zu viel des Guten gewesen. Für unsere nächsten Touren haben wir aber wichtige Erkenntnisse in Bezug auf Planung, Gepäck etc. mitnehmen können. Trotz der Strapazen haben wir die wunderschöne Landschaft und das Wetter geniessen können und ein weiteres Stück Schweiz erkundet. Die Etappe von Lützelflüh nach Hause holen wir ein anderes Mal nach. Wann und wo uns die nächste Tour hinführt wissen wir heute noch nicht. Im November werden wir aber sicher wieder was kleines machen. 

Die Rasslbande

Comments

  1. Ohh, super machet dir das, danke für die tolle Fötelis u mir si gschpannt, wies wiiter geit.
    Liebi Grüesslis

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